Delta-Tagebuch
Unterwegs 8. September 2026

Mit dem Fahrrad im Delta del Po: drei Arten, von Porto Tolle zu starten

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Fahrrad an einem Deich im Delta del Po angelehnt, dahinter die Fischlagunen, nahe Porto Tolle.

Ab September ändert das Delta seinen Rhythmus. Die Luft wird trockener, die Mücken lassen nach, und das Licht auf den Deichen hält bis zum Abend, ohne die Hitzewand des Juli. Für Radfahrer ist es zusammen mit dem Mai der beste Monat des Jahres.

Das Fahrrad ist hier keine Attraktion: es ist das Mittel, mit dem man die Landschaft wirklich durchquert. Die Deiche liegen einige Meter über den Feldern, und von dort oben sieht man alles – die Fischlagunen, die Muschelbänke in der Bucht, die Traktoren, die verstreuten Häuser. Zu Fuß ist es zu langsam, im Auto sieht man nichts, weil nur wenige Deiche befahrbar sind. Das Rad liegt dazwischen.

Wer im Sattel nach Porto Tolle kommt, kommt fast immer über den Radweg am Po, der dem Fluss bis dorthin folgt, wo der Fluss endet. Man muss aber keine dreihundert Kilometer hinter sich haben, um hier das Rad zu nutzen. Es gibt drei verschiedene Arten zu starten, für drei verschiedene Bedürfnisse.

Man muss kein Rad mitbringen

Der erste Fall ist der häufigste: man kommt mit Auto oder Zug, schläft hier und findet das Rad vor Ort. Der City Bike Rent Point von Marino Cacciatori ist eine Verleihstation im Katalog des Consorzio Veneto Delta Po (des örtlichen Tourismuskonsortiums) und genau dafür gedacht – ein Rad für einen halben oder ganzen Tag nehmen und selbstständig unterwegs sein.

Das ist die richtige Lösung für alle, die am Morgen selbst entscheiden wollen, mit Blick auf den Himmel. Im Delta zählt das Wetter mehr als das Programm: bei Gegenwind werden aus zwanzig Kilometern Deich vierzig, und das sollte man vor dem Start wissen.

City Bike Rent Point — Marino Cacciatori

Die Serenissima-Rundtour

Der zweite Fall betrifft alle, die eine fertig gezeichnete Route wollen, ohne an jeder Kreuzung die Karte zu lesen. Der Anello della Serenissima (die Serenissima-Rundtour) ist eine Rundstrecke: Start und Ziel am selben Punkt, ohne Shuttle und ohne Abholung.

Es ist die Lösung für alle, die nur einen Tag haben und ihn nicht mit Orientierung vergeuden wollen. Der Name erinnert an die lange venezianische Präsenz auf diesen Wassern: das Delta, wie wir es heute sehen, ist zu einem großen Teil ein Wasserbauwerk, das Ergebnis jahrhundertelanger Grabungen, Durchstiche und Deiche, die in Venedig beschlossen wurden, um den Fluss zu lenken. Der Taglio di Porto Viro, zu Beginn des 17. Jahrhunderts, ist der Eingriff, der die Mündung verlegte und das heutige Delta schuf.

Bike Tour — L'Anello della Serenissima

Wenn das Rad aufs Boot kommt

Der dritte Fall ist für alle interessant, die die Gegend schon kennen. Das Problem des Delta mit dem Fahrrad ist, dass das Wasser die Wege abschneidet: Flussarme von hunderten Metern Breite, Lagunen, die man nur mit langen Umwegen umfahren kann. Die Fähre löst nur einen Teil des Problems.

Die Formel Bike & Boat setzt das Rad aufs Boot. Man fährt ein Stück Deich, geht an Bord, überquert einen Flussarm oder fährt in die Bucht und radelt auf der anderen Seite weiter. Das Ergebnis ist eine Route, die es allein mit Pedalkraft nicht gäbe, und die Möglichkeit, das Delta aus den beiden entscheidenden Perspektiven zu sehen: von der Höhe des Deichs und von der Wasseroberfläche.

Bike & Boat im Delta del Po

Wohin man abends zurückkehrt

Alle drei Varianten beginnen und enden in kurzer Entfernung von Porto Tolle. Im Albergo Italia kommen regelmäßig Radreisende und Radgruppen an: es gibt einen überdachten Platz für die Räder und eine Möglichkeit, die Sachen zu trocknen, wenn der Tag schlecht läuft. Wer mehrere Nächte bleibt, nutzt den Ort meist als feste Basis und wechselt jeden Tag die Richtung, statt das Gepäck zu verlegen.

Und abends, nach siebzig Kilometern Deich mit Wind von vorn, ist das RistòItalia nur wenige Schritte entfernt.

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